Gestalttherapie

Die Gestalttherapie ist ein Psychotherapieverfahren aus dem Bereich der Humanistischen Psychologie. Ihr bekanntester Begründer ist der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Fritz Perls (1893 – 1970).

Fritz Perls war Schüler Freuds, er wandte sich jedoch von der Ausrichtung auf die Vergangenheit als Ursache psychischer Probleme ab und richtete seinen Blick auf die Gegenwart. Nur hier kann Veränderung geschehen.
In Zusammenarbeit mit seiner Frau Laura Perls und Paul Goodman entstand so die Gestalttherapie, ein erfahrungsorientiertes Psychotherapieverfahren.

Hier geht es um ganzheitliche Erfahrungen, um Ganz-werden.

Der ganze Mensch mit seinem Körper, seinen Sinnen, seinen Gefühlen und seinem Geist ist angesprochen.
 

 

Wichtige Prinzipien und Wirkfaktoren:

Hier-und-Jetzt

Nicht die Vergangenheit bestimmt unser weiteres Leben, sondern das Hier-und Jetzt ist  der Raum, in dem Neues geschehen kann. Somit kann ich mich von alten Mustern von Dort- und Damals befreien und mehr im Jetzt leben, nur Hier und Jetzt kann ich mein Leben in die Hand nehmen und mich verändern.


Bewusstheit

Grundlegend geht es darum, Bewusstheit zu entwickeln für das, was ist. Ich nehme wahr, was hier und jetzt vorgeht in mir selbst und im Kontakt zu anderen. Bedürfnisse und Sehnsüchte, aber auch eigene Vermeidungsstrategien oder Defizite werden deutlich. Eine solche ganzheitliche Wahrnehmung ist Voraussetzung für Veränderung.


Selbstverantwortung

Veränderung setzt aber auch voraus, Verantwortung für das eigene Leben und Handeln zu übernehmen. Selbst-bewusst und selbst-verantwortlich erkenne ich, was ich möchte und wie ich selbst die erwünschte Veränderung verhindere. Ich finde heraus, wie ich mich selbst unterstützen kann, meine Bedürfnisse im Kontakt mit mir und mit anderen zu leben und so die gewünschte Veränderung herstellen.


Beziehung und Kontakt

„Krankheiten der Seele, sind Krankheiten der Beziehungen“. Viele Schwierigkeiten sind in früheren Beziehungen, die unbefriedigend, vielleicht auch schädigend waren, entstanden.
Das Ziel der therapeutischen Beziehung in der Gestalttherapie ist es, hier ein neues Beziehungsmodell anzubieten, welches gekennzeichnet ist von Respekt und Gleichwertigkeit.
Die  Therapeutin stellt sich als Gegenüber zur Verfügung, mit ihren Wahrnehmungen, ihrer Intuition, ihrem Mitgefühl. Auf dem Hintergrund des Wissens um die Prozessorientierung von Veränderung stellt sie  in angemessener und unterstützender Form ihr Fachwissen und ihr ganzheitliches Erleben zur Verfügung. So eröffnet sie einen wertschätzenden und schützenden Raum, in dem die Klientin ihre eigenen Bedürfnisse ganzheitlich wahrnehmen und z.B. in Experimenten ausdrücken kann. Somit wird die Klientin bei ihrem Veränderungswunsch unterstützt und die Umsetzung in Situationen „außerhalb“ der therapeutischen Beziehung vorbereitet. Und Erfahrungen, die die Klientin in ihrer aktuellen Lebenssituation macht, können immer wieder in die therapeutische Beziehung eingebracht und zusammen bearbeitet werden.